
Drei Werkzeuge weniger – und der Umsatz stieg trotzdem, statt einzubrechen. So lässt sich zusammenfassen, was passierte, als mein Klient seinen Erstgespräch-Prozess von einem wackligen Drei-Tools-Konstrukt auf eine schlanke Kombination umstellte. Dieser Erfahrungsbericht zu vifugo ist deshalb kein klassisches Testtagebuch, sondern ein direkter Vergleich zweier Wege, wie Coaches ihre Funnel-Tools zusammenstellen können – und eine Erklärung, warum bei der Automatisierung von Verkaufsprozessen oft weniger Technik zu mehr Umsatz führt, nicht weniger.
Kurz zur Offenlegung, bevor es weitergeht: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon, bekomme ich eine Provision – der Preis für dich bleibt exakt gleich. Ich schreibe ausschließlich über Tools, die ich selbst oder meine Klient:innen wirklich einsetzen.
Zwei Wege zum automatisierten Erstgespräch
Moritz ist Business-Coach für Führungskräfte und kam über einen Artikel zu mir, nicht über eine Empfehlung – er hatte online etwas über FunnelCockpit gelesen und wollte wissen, ob sich sein Erstgespräch-Prozess ähnlich automatisieren lässt. Vorher hatte er sich selbst beholfen: Calendly und PayPal, von Hand über Zapier verbunden. Es funktionierte – bis es nicht mehr funktionierte. Eine geänderte Feldbezeichnung in Calendly reichte, und die ganze Kette aus Terminbuchung und Zahlungsbestätigung riss ab, meistens freitagabends, wenn gerade niemand am Rechner saß, um es zu bemerken.
Genau an diesem Punkt trennen sich die zwei Wege, um die es hier wirklich geht: nicht vifugo gegen ein anonymes US-Tool, sondern ein Komplett-System gegen eine Kombination aus Spezialisten. Weg eins vereint möglichst viel unter einem Login. Weg zwei verteilt die Aufgaben auf zwei Werkzeuge, die zusammenarbeiten, aber getrennt bleiben. Für Moritz musste die Lösung außerdem DSGVO-konform sein – seine Kundschaft sind Führungskräfte, die genau nachfragen, wo ihre Daten liegen und wer darauf Zugriff hat.

vifugo im Vergleich: Spezialist statt Alleskönner
vifugo ist kein Website-Baukasten und auch kein E-Mail-Marketing-Tool. Es ist ein Spezialist für eine einzige Aufgabe: den Verkaufstrichter rund um Termine und Videos. Wer bei null anfängt, findet die Grundlagen dazu in meinem praxisnahen Guide für Wiener Berater. Für Moritz war vor allem wichtig, wie schnell sich ein automatisiertes Webinar mit vifugo aufsetzen lässt, ohne dass er selbst live vor der Kamera sitzen muss.
FunnelCockpit verfolgt einen anderen Anspruch: Landing Pages, Mitgliederbereiche, E-Mail-Sequenzen und Quiz-Funnels sollen unter einem einzigen Login zusammenlaufen. Es ist eher das Offiziersmesser mit sechzehn Klingen, während vifugo genau die drei Klingen mitbringt, die man für einen Erstgespräch-Funnel wirklich braucht. Beide sind Software-as-a-Service-Lösungen aus Deutschland – der Unterschied liegt nicht am Serverstandort, sondern am Anspruch dahinter. Wie viele Werkzeuge am Ende überhaupt sinnvoll sind, hängt ohnehin von der ganz eigenen Tool-Stack-Entscheidung jedes Coaches ab, und die trifft niemand für dich.
Die Automatisierung lief, ohne dass wir eingreifen mussten
Ich ging gerade durch den Votivpark, das Handy in der Hand, als eine Nachricht von Moritz reinkam: Er saß mitten im ersten automatisierten Erstgespräch mit einer neuen Interessentin, und im gleichen Moment ging bei ihr bereits die Willkommensmail raus – ohne dass einer von uns beiden noch etwas dafür tun musste.
Kein Countdown-Timer, keine Verkaufsshow, einfach ein Prozess, der lief.
Meine Bekannte Franziska Eder, die online Yoga- und Atemarbeit-Kurse anbietet, hat mir danach nur trocken geschrieben, dass sie inzwischen mehr Tool-Abos laufen hat als ich – und die meisten davon bereut. Genau das ist der Punkt, den viele beim Funnel-Aufbau übersehen: Mehr Werkzeuge bedeuten nicht automatisch mehr Kontrolle, oft bedeuten sie nur mehr Logins, die man verwalten muss. Bevor überhaupt ein Tool zur Debatte steht, lohnt sich ohnehin die Frage nach der richtigen Lead-Magnet-Strategie – aber das ist ein eigenes Thema für sich.

Reicht ein Spezialist ohne eigene E-Mail-Funktion?
vifugo hat keine eigene Versandfunktion für Newsletter oder komplexe Sequenzen. Es verschickt Transaktions-Mails wie Bestätigung und Erinnerung, aber für das eigentliche Follow-up braucht es einen Partner. Wie man danach die Leute bei der Stange hält, zeigt mein Artikel zum vifugo Webinar Follow-up.
Bei Moritz kombiniere ich vifugo deshalb mit KlickTipp, weil KlickTipp im Hintergrund zuverlässig weiß, wer welche Mail als Nächstes braucht. Wie das Tag-basierte E-Mail Marketing im Detail funktioniert, erkläre ich an anderer Stelle ausführlich – hier reicht der Hinweis, dass genau das der Grund ist, warum ich nicht auf ein einzelnes All-in-One-Tool setze. Was danach in der eigentlichen Autoresponder-Sequenz passiert, ist nochmal ein eigenes Kapitel, und auch die rechtssichere Einrichtung des Double-Opt-in gehört mit dazu, sprengt hier aber den Rahmen.

FunnelCockpit oder vifugo plus KlickTipp: zwei Rechnungen im Vergleich
Zwei Tools statt eines klingt zunächst nach mehr Aufwand, ist es aber in der Praxis selten. Zusammen kosten vifugo und KlickTipp meiner Erfahrung nach weniger als die großen amerikanischen Rundum-Pakete, und technisch ist die Lösung deutlich sauberer, weil jedes Tool nur das macht, worin es wirklich gut ist. KlickTipp bringt außerdem etwas mit, das sich nicht kopieren lässt: 11 Jahre Erfahrung im DACH-Markt und deutsche Server, weshalb ich mit Kund:innen wie Moritz keine Diskussion über Datenexporte führen muss.
FunnelCockpit rechnet sich dagegen eher, wenn wirklich mehrere Bausteine gebraucht werden – Mitgliederbereich, Quiz, Landing Page und E-Mail unter einem Dach. Wie die Zahlungsabwicklung im Checkout dabei technisch sauber angebunden wird, ist nochmal eine andere Geschichte, und auch die Grundlagen der Landingpage-Conversion setze ich in diesem Vergleich einfach voraus. Für Moritz, der ohnehin in Systemen und Prozessen denkt statt in einzelnen Tools, war am Ende nicht die Funktionsliste entscheidend, sondern die Frage, welches Setup sich am wenigsten wie Arbeit anfühlt.
Wo vifugo an seine Grenzen stößt
Kein Tool ist perfekt, auch wenn Marketing-Mails das gern behaupten. Die Vorlagen-Auswahl bei vifugo ist solide, aber nicht riesig – wer jedes Pixel einzeln verschieben will, wird fluchen. vifugo gibt eine Struktur vor, die für die Conversion funktioniert, aber manchmal die Kreativität einschränkt.
Auch die Community ist kleiner als bei den großen US-Plattformen, und wer ein Problem hat, findet nicht tausende YouTube-Tutorials dazu. Dafür antwortet der Support auf Deutsch, ohne Übersetzungssoftware – und das spart am Ende mehr Zeit, als jedes Tutorial es könnte. Zugeben muss ich trotzdem, dass mir persönlich manchmal ein bisserl die Geduld für weniger flexible Vorlagen fehlt, wenn ein Klient etwas Ausgefalleneres will.
Wähle nach Prozess, nicht nach Tool-Liste
Am Ende läuft die Entscheidung auf eine einfache Frage hinaus: Brauchst du wirklich alles unter einem Dach, oder brauchst du nur einen Funnel, der bis morgen steht? Wer parallel einen Mitgliederbereich, Quiz-Funnels und mehrere Landing-Page-Varianten plant, sollte zu FunnelCockpit greifen. Wer dagegen – wie Moritz – vor allem ein Erstgespräch oder ein Webinar automatisieren will, fährt mit vifugo einen Blick wert in Kombination mit KlickTipp meistens besser und günstiger.
Moritz hat seinen Zapier-Umweg inzwischen komplett abgeschafft, und Franziska überlegt gerade, welche drei ihrer Tool-Abos sie als Nächstes kündigt. Weniger Technik bedeutet nicht weniger Kontrolle – es bedeutet oft einfach weniger Baustellen, an denen etwas kaputtgehen kann. Genau das schafft mehr Zeit für die Arbeit, für die Klient:innen wirklich zahlen.