Newsletter automatisieren mit KlickTipp: Schritt für Schritt zum ersten Autoresponder

Aktualisiert
Newsletter automatisieren mit KlickTipp — Übersicht für den ersten Autoresponder im Coaching-Business

Eine Warteliste mit fünfzig Namen bedeutet nicht fünfzig einzelne E-Mails von Hand. Das hat eine Kundin von mir kürzlich am Telefon vergessen, als sie fragte, ob sie ihre neue Workshop-Anmeldeliste jetzt persönlich durcharbeiten müsse. Newsletter-Automatisierung ist für viele Coaches genau an diesem Punkt ein Reizwort — zu technisch, zu unpersönlich, zu viel Aufwand für den Anfang. Ich baue seit Jahren Autoresponder-Sequenzen für mich selbst und für Klientinnen und Klienten, und KlickTipp ist bei mir am Ende fast immer das Werkzeug, das übrig bleibt, wenn es ernst wird. Nicht, weil es hübsch aussieht. Sondern weil dahinter zwei sehr unterschiedliche Denkweisen im Newsletter-Marketing stehen, und die eine gewinnt fast immer gegen die andere.

An meinem Schreibtisch sieht der Unterschied erst mal nüchtern aus. Ein höhenverstellbarer Holzschreibtisch in meinem Altbau-Homeoffice in der Josefstadt, meistens stur in Sitzhöhe arretiert, zwei Monitore nebeneinander, die Kaffeemaschine drüben auf dem Sideboard. Der Duft der zweiten Melange breitet sich schon im Zimmer aus, bevor ich den ersten Schluck überhaupt genommen habe. Von hier aus vergleiche ich Tools, die ich für mich und für Klienten ausprobiert habe. Die Unterschiede zwischen ihnen sind größer, als die meisten Coaches am Anfang glauben.

Listen-Denken gegen Tag-Denken: zwei Systeme für denselben Newsletter

Auf der einen Seite steht das, was die meisten großen, oft amerikanischen Marketing-Blogs predigen: eine Liste für Interessenten, eine für Käufer, eine eigene für den Newsletter selbst. Im deutschsprachigen Markt macht dieses Modell schnell doppelte Arbeit: Jede neue Kategorie heißt ein neues Verzeichnis, das gepflegt werden will. Auf der anderen Seite steht das, was KlickTipp macht: tag-basiert arbeiten. Bei Tags ist es eher wie eine einzige Kundenkartei, auf der du bunte Reiter klebst, statt für jedes Thema eine neue Mappe anzulegen. Jemand lädt dein Freebie herunter? Ein Tag. Jemand bucht den Workshop? Ein anderer Tag. Du siehst an einem einzigen Kontakt sofort, wo jemand steht, ohne zwischen mehreren Listen hin und her zu springen.

Anders gesagt: Der Unterschied zwischen Listen und Tags entscheidet am Ende, wie leicht sich dein Autoresponder überhaupt bauen lässt. Ob du dafür ein All-in-one-Tool nimmst oder mehrere einzelne Programme miteinander verknüpfst, ist wieder eine andere Rechnung, die ich an anderer Stelle aufgemacht habe. Wie du deine eigenen Tags sinnvoll benennst und ordnest, ist noch mal ein eigenes Thema — dazu schreibe ich ausführlicher in Tag-basiertes E-Mail Marketing. Für den Moment reicht die Grundidee: Ein Tag ist der Schalter, der eine Sequenz überhaupt erst startet.

Skizzen zur Tag-Struktur für die Newsletter-Automatisierung mit KlickTipp

Was passiert, wenn das Anmeldeformular nicht mit dem Autoresponder spricht?

Bei einer ersten Version für einen Klienten habe ich das Anmeldeformular über ein simples Google Forms gebaut. Es war schnell online, kostenlos und sah ordentlich aus. Das Problem hat sich erst später gezeigt: Google Forms kennt keine Tags. Jede neue Anmeldung landete brav in einer Tabelle, aber niemand wurde automatisch in eine Sequenz gezogen. Ich musste die Namen von Hand in KlickTipp nachtragen und den passenden Tag jedes Mal selbst setzen. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Formular, das nur Daten sammelt, und einem Autoresponder, der wirklich etwas auslöst.

Ich baue jede Sequenz seitdem nach demselben Muster auf. Ein Auslöser, meistens ein Tag, der gesetzt wird, sobald sich jemand einträgt oder ein Freebie herunterlädt. Welches Freebie überhaupt sinnvoll ist, ist noch mal ein eigenes Kapitel für sich. Eine Reihe von Mails, die zeitversetzt rausgehen, nicht alle auf einmal. Und ein Ziel, auf das die ganze Sequenz zusteuert — ein Angebot, ein Gespräch, eine Buchung. Wer seine Interessenten stattdessen über ein automatisiertes Webinar aufwärmt, verfolgt eine eigene Variante desselben Prinzips, nur mit einem anderen Werkzeug.

Bei Moritz Gundlach, einem Business-Coach für Führungskräfte und meinem zweiten größeren Funnel-Projekt, ging es genau darum: Sein Erstgespräch-Prozess sollte laufen, ohne dass er jede Anfrage einzeln beantwortet. Er hat keine Geduld für lange Onboarding-Videos — das war eine der ersten Sachen, die er mir erzählt hat. Also haben wir die Sequenz kurz gehalten: eine Begrüßungsmail sofort, ein kurzer Tipp ein paar Tage später, danach direkt die Einladung zum Gespräch, ohne Umwege über ein langes Erklärvideo. Der Autoresponder war dabei nur ein Baustein in der größeren Funnel-Struktur, die drumherum stand.

Bevor überhaupt eine Sequenz starten darf, muss ein Double Opt-In bestätigt sein — in DACH ist das keine Kür, sondern Pflicht, die Details dazu sind aber ihr eigenes Thema. Ob die Anmeldeseite selbst am Ende gut konvertiert, ist noch mal eine ganz andere Baustelle. Wie du eine Willkommenssequenz inhaltlich aufbaust, im Detail, ist genug Stoff für einen eigenen Text — schau dir dazu gern meine Anleitung für eine E-Mail Willkommenssequenz an.

Aufbau einer Autoresponder-Kampagne im KlickTipp Marketing Cockpit für Coaches

Der Ablauf im Marketing Cockpit, Schritt für Schritt

Im Marketing Cockpit von KlickTipp ziehst du Kästchen und verbindest sie zu einem Ablauf — visuell, ohne dass du programmieren musst. Ich bin auch keine Programmiererin, ich bin Coach. Manche Kästchen lassen sich sogar so verzweigen, dass ein Klick auf einen bestimmten Link automatisch einen neuen Tag setzt — wie weit man das treibt, ist aber schon wieder eine Frage der Tag-Struktur, die ich lieber an anderer Stelle beantworte.

Franziska Eder, eine Kollegin aus unserer privaten Telegram-Gruppe für Kursersteller, hat mich neulich zu genau so einer Verzweigung gefragt. Natürlich nicht per Text, sie erklärt technische Probleme grundsätzlich lieber in einer langen Sprachnachricht als in einer E-Mail. Ihre Frage war einfach: Woher weiß ich, dass das Ding wirklich läuft? Meine Antwort: Schau ins Dashboard. Ich habe selbst an einem Dienstag kurz ins Digistore-Dashboard geschaut, während eine Kampagne lief, und gesehen, wie vier Interessenten in Echtzeit automatisch weiterrutschten, ohne dass ich irgendetwas angeklickt hatte. In genau so einem Moment merkt man, wofür man das Tool eigentlich bezahlt.

Automatisiert wird bei mir trotzdem nur, was wirklich Zeit spart. Ich kenne Coaches mit hunderten Tags, die selbst nicht mehr wissen, wer ihre Kundinnen und Kunden eigentlich sind — das ist dann keine Arbeitserleichterung mehr, sondern ein neuer Nebenjob. Das gehört für mich zu den Business Prozessen, die mir wöchentlich mehrere Stunden sparen, und nicht mehr dazu, was ich nur baue, weil es technisch möglich wäre.

Was die Automatisierung wirklich kostet und was sie bringt

Vor der Automatisierung habe ich für den manuellen Versand von Unterlagen und das Nachfassen bei Interessenten ungefähr drei Stunden pro Woche draufgelegt. Auf den Monat gerechnet sind das über zehn Stunden. Die monatliche Gebühr für KlickTipp liegt bei mir bei rund dreißig Euro, dazu kommt vielleicht eine Stunde im Monat, um die Zahlen durchzusehen. Unterm Strich bleiben rund elf Stunden im Monat übrig, die jetzt für echte Klientenarbeit da sind, statt für copy-paste-Mails draufzugehen. Bei der Kampagne für Moritz kamen aus knapp neunzig Leads mehrere gebuchte Erstgespräche zusammen, ohne dass er selbst eine Taste gedrückt hat. Das ist die Zahl, die für mich zählt.

Kaffeepause nach eingerichteter Newsletter-Automatisierung im Coaching-Alltag mit KlickTipp

Wann sich der Aufwand lohnt, und wann noch nicht

Für ein einzelnes Freebie und eine Handvoll Interessenten im Monat ist ein Tool wie KlickTipp ehrlich gesagt Overkill — dann reicht ein einfaches Formular und eine persönliche Antwort von Hand völlig aus, und du verlierst dabei nichts außer ein bisschen Zeit. Sobald aber regelmäßig neue Leute über einen Lead-Magneten, einen Workshop oder eine Warteliste hereinkommen, kippt die Rechnung: Dann kostet das Nachfassen von Hand mehr Zeit, als das Einrichten einer sauberen Sequenz je kosten würde. Die Faustregel, an die ich mich selbst halte: Sobald ich zum dritten Mal die exakt gleiche Antwort-Mail von Hand tippe, baue ich stattdessen einen Tag und eine Sequenz dafür.

Perfekt muss die erste Version davon nicht sein. Ein Tag, eine Mail, ein funktionierender Double-Opt-In-Prozess — mehr braucht es nicht, um anzufangen, den Rest schärfst du nach, während die Sequenz schon läuft. Am liebsten teste ich neue Prozesse, indem ich mich selbst eintrage, während ich eine Runde durch den Augarten drehe, und schaue, ob die Bestätigungsmail ankommt, bevor ich zurück am Schreibtisch bin. Wenn ja, passt scho. Wenn nicht, ist es leichter, den Fehler jetzt zu finden als bei den ersten fünfzig echten Anmeldungen.